Kokos? Erdnuss? Hauptsache Bier!

Kulinarisch und kulturell ein Gewinn für Buckau: Robert Kellermann lädt im Brauhaus „Brewckau” nicht nur zum Kosten diverser Biersorten, sondern auch zu Live-Musik und zur Bierdeckel-Drehmeisterschaft ein. Foto: Peter Gercke

Spezialbiere sind seine Spezialität, denn speziell mit Nüssen, Kräutern und anderen natürlichen Zutaten experimentiert Robert Kellermann beim Brauen.

Dass er aus Biere kommt, hat mit seiner Berufswahl nichts zu tun. „Aber lustig ist es schon, dass ich sagen kann, ich bin in Biere aufgewachsen”, erzählt Robert Kellermann, während er Maischereste aus einem großen, silbernen Bottich spült. Zwei dieser metallenen Behälter stehen direkt rechts neben dem Tresen im Brauhaus „Brewckau“, sichtbar für alle Gäste, die auf ein Bier im Buckauer Engpass vorbeikommen. „Eigentlich war dies ehemals ein Milchbottich.“ Doch der 33-Jährige hat ihn für seine Brauanlage, bei der außer Pumpe und Rührwerk alles von Hand betrieben wird, umfunktioniert. Er nickt zufrieden als sein Blick über den 500 Liter fassenden Sudkessel schweift.

„Sie erledigt ihren Job“, sagt er anschließend über die Brauanlage, die er selbst zusammengebaut hat. Zwischen 500 und 1.000 Liter Bier pro Woche produziert der Bierer, der seit acht Jahren in Buckau lebt, mit dieser Anlage. Den Beruf des Zahntechnikers hat Robert ursprünglich erlernt. Doch die Kunst des Bierbrauens faszinierte ihn derart, dass er eine Ausbildung zum Brauer und Mälzer absolvierte. „Den Job des Zahntechnikers habe ich nach ein paar Jahren aufgegeben, um mich auf das Bierbrauen zu konzentrieren. Die Ausbildung zum Brauer und Mälzer habe ich dann 2014 abgeschlossen.“ Ein Jahr später ging er unter dem Label „Brewckau“ mit seinem eigenen handwerklich gebrauten Bier an den Start. „Zwischenzeitlich habe ich bei Getränkefeinkost gearbeitet, dort entstanden die ersten Biere unter dem Brewckau-Label“, schildert Robert. 2017 eröffnete er schließlich am Eingang zum Engpass das Brauhaus „Brewckau“, wo sich zwei Personen um die Produktion und drei Personen um den Service kümmern.

Außer an den Ruhetagen, sonntags und montags, sind die Zapfhähne ab 16.30 Uhr geöffnet. Immer im Fass hat Robert die klassischen Sorten „Tach Hell“, „Stock Dunkel“ und das kalt gehopfte „Chinook Lager”. Zudem gibt es immer wieder Gastbiere aus anderen Brauereien sowie die selbst produzierten Spezialbiere. „Die Klassiker sind schon wichtig. Aber das Reizvolle am Beruf ist es doch, zu experimentieren und mal verrückte Sachen zu probieren“, meint der 33-Jährige.  „Außerdem ist es für die Gäste auch viel interessanter, wenn sie nicht immer dasselbe vorgesetzt bekommen.“ Derzeit im Angebot gibt es Cocos Pale Ale und Salted Peanut Chocolate Stout. Die Idee für das Kokos-Bier sei ihm beim Trinken einer Piña Colada gekommen und tatsächlich fühlt man sich im Nachgang an den Cocktail erinnert. Vordergründig bleibt natürlich die kräftige Bier-Note.

Ein Grundrezept für die Entdeckung neuer Ideen hat Robert nicht. „Würde ich mich zum Brainstorming hinsetzen, würde mir sicher nichts einfallen. Die Ideen kommen spontan … beim Treffen mit Freunden, wenn ich im Internet auf etwas Interessantes stoße oder im Gespräch mit anderen Brauern. Man muss nur mit offenen Augen und Ohren durch die Welt gehen.“ Als nächstes plant der 33-Jährige ein Frischhopfen-Pils und einen Bier-Wein-Hybriden. Bei letzterem werden die Trauben eine fruchtige Note liefern und der Trester soll für eine geschmackliche Anlehnung an Grappa sorgen. „Ich weiß ungefähr, wohin die Reise gehen soll. Was genau dabei herauskommt, wird sich allerdings erst später zeigen, wenn die Weinlese abgeschlossen ist und das Experimentieren beginnen kann“, erzählt Robert, der auf Qualität setzt und dabei selbst sein größter Kritiker ist.

Und wenn alles nach Plan läuft, wird der Bier-Wein-Hybrid auch bei der Küchenparty des Ratswaage Hotels am 30. Oktober präsentiert. „Mit meiner kleinen Anlage, die 40 Liter fasst, werde ich dabei sein und vor Ort ein Bier brauen. Zudem werde ich noch drei oder vier andere Biersorten im Gepäck haben, die dann probiert werden können. Das ist ja Sinn und Zweck der Küchenparty, deren Konzept ich übrigens großartig finde: Man kommt mit den Gästen ins Gespräch, die Menschen können mal einen Blick hinter die Gastro-Kulissen werfen und dabei viele unterschiedliche Speisen und Getränke testen.“ Tina Heinz

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